Ein Businessplan mit Herz und sozialem Engagement

AMBO-IN-14.jpgDienstag 01. August 2017

Durch Oikocredits Finanzierung konnte die Darjeeling Organic Tea Estates Private Limited, kurz DOTEPL, drei Tee-Plantagen in Darjeeling in Nordindien erwerben. Darunter sind die Plantagen Rangaroon und Pandam.

Rangaroon ist eine heruntergewirtschaftete Plantage, die DOTEPL kürzlich kaufte. Die dazugehörigen Verarbeitungsstätten sind so alt und verwahrlost, dass der Tee auf einer anderen Plantage verarbeitet werden musste. „Zu unseren größten Herausforderungen zählt nicht nur der Wiederaufbau der Plantage, sondern auch das Vertrauen der Arbeiterinnen und Arbeiter wiederzugewinnen“, sagt Nandesh Rai, der neue Manager der Rangaroon-Plantage. „Es ist eine besondere Herausforderung, weil die Löhne der Angestellten vom Vorbesitzer lange nicht ausbezahlt wurden. Sie wurden einfach sich selbst überlassen.“

Im Gegensatz dazu leitet DOTEPL seine Plantagen ganz anders: Ambootia ist gut organisiert, hat eine moderne Anlage zur Verarbeitung des Tees und achtet die Belange der Angestellten. Diesen Weg soll nun auch die Rangaroon-Plantage einschlagen.

DOTEPL ergreift bereits viele Maßnahmen, um das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen und sicherzugehen, dass sie und ihre Familien unterstützt werden. Wenn man beispielsweise das Dorf besucht, in dem die Arbeiterinnen und Arbeiter von Rangaroon wohnen, sieht es aus wie eine Baustelle. Neue Häuser und Lebensmittel für die Familien der Arbeiterinnen und Arbeiter sind nach der Auszahlung der überfälligen Löhne die höchste Priorität von Nandesh.

Die Tee-PflückerInnen von Pandam

Wenn man die renovierten Tee-Plantagen besucht, ernten dort überwiegend Frauen den Tee. So auch auf der Pandam-Plantage.

Eine der Arbeiterinnen ist Priti Thapa, die mit 28 Jahren bereits für einen Haushalt von sechs Personen sorgt. Ihr Mann arbeitet als Fahrer und gemeinsam leben sie in einem farbenfrohen und gemütlichen Haus, in dem ein Mix aus Nepalesisch und Englisch gesprochen wird. Priti Thapa arbeitet acht Stunden pro Tag auf der Pandam-Plantage, inklusive Mittags- und Teepausen. Ihre älteste Tochter besucht die Schule, die sich auf der Plantage befindet.

In Indien ist Kinderarbeit leider immer noch weit verbreitet. Es ist üblich, dass Kinder mit ihren Eltern zur Arbeit gehen, anstatt die Schule zu besuchen. Daher ist es umso außergewöhnlicher, dass DOTEPL die Kinder der Angestellten dazu anhält, in die Schule zu gehen, anstatt bereits im frühen Alter auf Tee-Plantagen zu arbeiten. Priti unterstützt ihre Familie außerdem durch das „Income Augmentation Programme“ von DOTEPL, durch das sie Gemüse anbaut und Kühe, Schweine und Hühner züchtet. So kann sich Pritis Familie selbst versorgen.

Eine weitere Mitarbeiterin von Pandam, Yuwana Chettri, hält Ziegen und Hühner, um ein zusätzliches Einkommen zu generieren. Yuwanas Erfahrungen mit DOTEPL sind ähnlich wie die von Priti: Sie ist froh, dass DOTEPL ihre Löhne zuverlässig auszahlt und sie darüber hinaus mit Gütern wie Arbeitskleidung und Nahrungsmitteln versorgt.

Finanziert wird dies von einem „Additional Gratuity Fond“, einer Art Unterstützungsfond für die Angestellten der Plantagen. Die Mischung aus einem soliden Businessplan und dem Engagement zur Unterstützung der Angestellten und ihrer Familien machen DOTEPL zu einem optimalen Partner für Oikocredit.

„Der Einfluss von Oikocredit ist enorm. Die Zusammenarbeit wirkt sich positiv auf das Leben von rund 65.000 Menschen aus, die auf den Tee-Plantagen leben und arbeiten. Wir konnten viele Sozialleistungen umsetzen und den Tee-Anbau ökologischer betreiben, denn wir stehen für nachhaltige Landwirtschaft“, berichtet Sanjay Bansal, Vorsitzender und Managing Director von DOTEPL.

Sowohl die Eigentümer der Plantagen, als auch die Angestellten, profitieren von der Revitalisierung der Plantagen. Sanjay Bansal ist sich sicher: Ein Geschäftsmann mit Herz kann seine Angestellten besser unterstützen, als ein Idealist ohne Wissen und Businessplan.

Erfahren Sie mir über Oikocredits Partner DOTEPL in Teil 1 dieses Berichts

Credits: Opmeer Reports

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