Ein ausgewogenes Finanzkonzept

Ein ausgewogenes Finanzkonzept

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Irene van Oostwaard und Max Ogier

08. April 2015

Seit 40 Jahren strebt Oikocredit ein ausgewogenes Verhältnis zwischen sozialem und finanziellem Gewinn an. 2014 war erneut ein finanziell erfolgreiches Geschäftsjahr für Oikocredit.

Aus diesem Anlass sprachen wir mit unserer Finanzdirektorin Irene van Oostwaard und Max Ogier, dem Oikocredit-Experten für Finanzen und Berichtswesen über ihre Arbeit in der Finanzabteilung und die ausgewogene Berücksichtigung sozialer Aspekte.

Was hebt Oikocredit Ihrer Meinung nach von anderen Finanzinstitutionen ab?

Irene van Oostwaard: „Für mich ist es der ‚Finance plus‘-Ansatz, also die Tatsache, dass die Organisation gleich viel Gewicht auf finanzielle Erlöse, sozialen Gewinn und die Stärkung von Menschen legt. Die Zusammenarbeit mit Kollegen und Kolleginnen, die einen stärker sozial ausgerichteten Hintergrund haben als ich, hat mein Arbeitsfeld als Finanzexpertin erweitert und ein gutes Gleichgewicht geschaffen.“

Max Ogier: „Ich bin vor zehn Jahren hauptsächlich wegen des sozialen Aspekts zu Oikocredit gekommen. Ich kam aus einem kommerziellen Unternehmen, in dem es hauptsächlich um den Profit ging. Es gefiel mir, dass bei Oikocredit finanzielle und soziale Ergebnisse zählen. Auch die Kombination von Nachhaltigkeit, sozialer Relevanz und der weltweiten internationalen Präsenz war attraktiv für mich.“

Was macht die Finanzabteilung von Oikocredit zu einem interessanten Arbeitsplatz?

Irene van Oostwaard: „Wir sind eine relativ kleine Abteilung und müssen jede Herausforderung in dieser wachsenden Organisation selbst angehen. Das bedeutet, dass sich jeder einbringen, die Initiative ergreifen und Prozesse verbessern kann.“

Max Ogier: „Alle Aspekte der Organisation, von der Verwaltung der Gehälter und Aufwendungen über die Auszahlungen und Rückzahlungen der Partnerorganisationen bis zur Berichterstattung über die Zukunft und die Ergebnisse, laufen irgendwann durch die Finanzabteilung. In meiner Funktion habe ich mit den verschiedensten Themen im Bereich Cashflow und Absicherung des Fremdwährungsrisikos zu tun. Dazu kommen die Berichterstattung und die Analyse der Entwicklungen bei Oikocredit, die einen guten Einblick darüber vermitteln, wo wir stehen und wohin unser Weg geht.“

Wie kommt der soziale Auftrag von Oikocredit in Ihrer Arbeit als Finanzexperten zum Tragen?

Irene van Oostwaard: „Er wirkt sich tatsächlich bei allem aus, was wir tun, auch wenn es nicht so offensichtlich ist wie in der Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Unsere internen und externen Berichte sind ausgewogen und müssen sowohl finanzielle als auch soziale Ergebnisse ausweisen. Auch bei unserem Wertpapierportfolio oder den Banken, mit denen wir zusammenarbeiten, prüfen wir, ob sie unseren ethischen Grundsätzen entsprechen.“

Max Ogier: „Wir haben oft Kontakt mit unseren Partnerorganisationen und unterstützen sie bei der Lösung aller möglichen Probleme des Barmittelmanagements. Letztendlich geht es bei unserer Arbeit darum, den hohen sozialen Standard zu halten, für den Oikocredit bekannt ist.“

Sollte die Finanzbranche Ihrer Meinung nach sozial verantwortlicher arbeiten?

Irene van Oostwaard: „Die Finanzkrise hat aus meiner Sicht gezeigt, dass für ein erfolgreiches und nachhaltiges Unternehmen die Bedürfnisse der Kundschaft an erster Stelle stehen müssen und das Geschäftsmodell und das Team darauf auszurichten sind. Ich glaube, dass die Finanzbranche mehr Gewicht auf die soziale Verantwortung von Unternehmen legen könnte. Die meisten Organisationen sind in diesem Bereich schon aktiv, könnten aber mehr unternehmen, um solche Programme in den Kern ihres Geschäftsmodells zu integrieren.“

Max Ogier: „Das glaube ich auch. Kleine Schritte bei der Umsetzung ethischer Kriterien in der Organisationsstruktur und die Neuausrichtung weg von rein finanziellen Zielen hin zu einer Kombination finanzieller und sozialer Ziele könnten in der Finanzbranche viel verändern. Oikocredit hat in den letzten 40 Jahren bewiesen, dass eine Ausrichtung auf finanzielle und soziale Ziele nicht nur nachhaltig ist, sondern den Anlegerinnen und Anlegern auch ethischen Gewinn verschafft.“

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