FEPP - die erste Oikocredit-Partnerorganisation in Lateinamerika

FEPP - die erste Oikocredit-Partnerorganisation in Lateinamerika

fepp-historic-image-470pixels.jpg09. Juli 2015

Ende der 1960er Jahre besuchte Pater Leonidas Proaño, ein katholischer Priester, das Dorf Salinas an der Pazifikküste Ecuadors. Salinas trägt seinen Namen nach seiner früheren Haupteinnahmequelle: dem Salz. Doch Pater Proaño fand in Salinas nur noch austrocknende Salzfelder vor. Viele Bauern und Bäuerinnen waren in die Stadt abgewandert. Gerade noch 50 Familien lebten im Dorf – unter erbärmlichen Bedingungen.

Mit Wurst und Käse zum Erfolg

Die Situation in Salinas inspirierte Pater Proaño 1970 zur Gründung der privaten Non-Profit-Organisation Fondo Ecuatoriano Populorum Progressio (FEPP) mit Hauptsitz in Quito. Zunächst regte er die Dorfbevölkerung zur Herstellung von Produkten wie Käse und Würste an, die in der Stadt verkauft werden konnten. Das Geschäft begann schnell zu florieren. Allerdings wurde dafür nun auch mehr Betriebskapital benötigt. Doch die örtlichen Banken verweigerten Kredite. Oikocredit erkannte das Potenzial von FEPP und unterstützte die Organisation 1978 mit einem ersten Kredit von 100.000 US-Dollar. Damit war FEPP der erste Oikocredit-Partner in Lateinamerika.

„Ich erinnere mich daran, wie wir mit Oikocredit, die damals noch EDCS hieß, Kontakt aufnahmen“, berichtet FEPP-Geschäftsführer José Tonello. „1978 war FEPP eine kleine Organisation, die Bauernfamilien und indigene Menschen in Ecuador in ihrer Entwicklung unterstützen wollte. Dafür erhielten wir einen der ersten Kredite von Oikocredit.“

Eine eigene Firma zur Vermarktung

FEPP nutzte diese Mittel, um ihren Kreditfonds aufzustocken, mit dem die bäuerlichen Betriebe ihre Produktion verbessern konnten. Weitere drei Darlehen von Oikocredit in den Jahren 1993 (150.000 US-Dollar), 2001 (300.000 US-Dollar) und 2003 (100.000 US-Dollar) wurden in den Ausbau des Unternehmens Camari investiert. Es wurde 1981 von FEPP gegründet, um die Produkte kleiner Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe besser zu vermarkten.

Heute ist Salinas ein blühender Ort, der als „Käsehauptstadt“ Ecuadors gilt, und Sitz Dutzender Produktionsgenossenschaften, die aus der Grundidee von FEPP entstanden sind. Doch nicht nur die Bevölkerung von Salinas hat von der Arbeit der Organisation profitiert, die heute unter dem Namen Grupo Social FEPP (GSFEPP) bekannt ist. GSFEPP erreicht heute etwa 700.000 Menschen in ganz Ecuador und arbeitet in den verschiedensten Bereichen: sie unterstützt Kleinbauernfamilien beim Zugang zu Landbesitz, fördert Umweltschutz, alternative Energien und Trinkwasser und bietet Finanzdienstleistungen.

Seit dem ersten Oikocredit-Darlehen im Jahr 1978 haben sich Oikocredit und GSFEPP im Sinne der Gründungsideen weiter entwickelt. GSFEPP ist eine treibende Kraft in der sozialen und ökologischen Entwicklung in Ecuador geworden. „Das wichtigste Ergebnis unserer Arbeit ist, dass die Menschen ihr Wissen erweitern und ihre Gemeinschaft stärken konnten“, erklärt José Tonello. „Das hat ihnen Wege aus der Armut und Zukunftsperspektiven für ihre Familien und Gemeinschaften gewiesen.“

Ein weiteres Projekt, das Oikocredit neben FEPP 1978 finanzierte, war der soziale Wohnungsbau für Mitarbeitende am Vellore Christian Medical College in Südindien.

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