Die Partner unterstützen

Die Partner unterstützen

andrea-dominguez.jpg26. März 2013

Für Oikocredit sind die sozialen Wirkungen ihrer Arbeit ebenso wichtig wie die finanziellen Erlöse. Deshalb gibt es in allen Oikocredit-Regionalbüros eigene Beauftragte für soziales Wirkungsmanagement. Sie sollen die soziale Orientierung in der Geschäftspraxis unserer Partnerorganisationen fördern - aber auch in der gesamten Mikrofinanzbranche.

Andrea Domínguez ist eine dieser Beauftragten. Sie betreut von der uruguayanischen Hauptstadt Montevideo aus fünf Länder in Lateinamerika: Uruguay, Bolivien, Argentinien, Paraguay und Brasilien. 

Sie sind für das soziale Wirkungsmanagement in fünf Ländern zuständig. Mit welchen Organisationen arbeiten Sie hauptsächlich?

„Wir haben allein in meiner Region über 100 Partnerorganisationen. Etwa 80 Prozent davon sind Mikrofinanzinstitutionen. Wir konzentrieren uns auf Schulungen zum sozialen Wirkungsmanagement sowie auf Beratung und Unterstützung. Unsere Länderbeauftragten und ich beraten die Partner und unterstützen sie dabei, ihre alltägliche Praxis sozial auszurichten und ihre langfristigen Ziele zu verwirklichen.“

Wie sieht das konkret aus?

„Ein Bewertungsschema, das Oikocredit zur sorgfältigen Auswahl der Partnerorganisationen nutzt, ist die sogenannte ‚ESG Scorecard‘. Sie erfasst soziale Leistungsfähigkeit, Umweltverträglichkeit und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Wir bewerten damit die sozialen Ziele und Aufträge unserer Partner. Ein wichtiges Kriterium ist es, dass diese sich mit den Zielen und dem Auftrag von Oikocredit decken. Meine Aufgabe: Ich sorge dafür, dass Organisationen, die Oikocredit finanziert hat, auch weiterhin im Einklang mit diesen sozialen Zielen und Aufträgen arbeiten. Natürlich ist es in jedem der fünf Länder, für die ich zuständig bin, und bei jeder Organisation anders. Zumeist geht es aber darum, Initiativen wie die Smart Campaign* bekannt zu machen und den Beschäftigten unserer Partner zu vermitteln, wie soziales Wirkungsmanagement funktioniert, wie sie es in ihre tägliche Praxis und ihre langfristigen Ziele integrieren können. Wir versuchen, unsere Partner kontinuierlich zu schulen, damit sie ihre Arbeit sozial auszurichten und sich Ziele setzen, die sie tatsächlich erreichen können.”

Können Sie uns einige Beispiele für Ihre Arbeit nennen?

„In Ländern wie Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay ist die Mikrofinanzierung immer noch relativ neu. Umso wichtiger ist es, das soziale Wirkungsmanagement in der gesamten Branche bekannt zu machen. Im August letzten Jahres organisierten unser Oikocredit-Regionalbüro und das Länderbüro Paraguay einen Workshop zu diesem Thema. Er richtete sich nicht nur an unsere Mikrofinanzpartner, sondern auch an Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Politik und Wirtschaft. Sie erfuhren etwas über soziales Wirkungsmanagement und über Initiativen wie die Kundenschutzrichtlinien, die in die Geschäftspraxis einer Mikrofinanzinstitution integriert werden können. Mit solchen Workshops wollen wir nicht nur die Oikocredit-Partner erreichen, sondern etwas in der gesamten Mikrofinanzbranche bewirken.“

Was steht 2013 in Ihrer Region an?

„Die wichtigste Herausforderung ist das Mentoring-Programm für soziales Wirkungsmanagement. Es soll zunächst in Paraguay anlaufen, wir planen aber auch Workshops in Bolivien und Brasilien. Außerdem gehen wir verschiedene Beratungsprojekte an, die 2012 bewilligt wurden und unsere Partner unterstützen sollen. Und es soll überprüft werden, ob diese Maßnahmen tatsächlich erfolgreich waren. Außerdem wurde bereits ein Programm zur Beratung und Unterstützung unserer Partner für 2013 bewilligt. Die Ziele für dieses Jahr stehen also fest.“

*) Die Smart Campaign ist eine weltweite Initiative zur Einführung strenger, einheitlicher Kundenschutzrichtlinien in der Mikrofinanzierung. Sie wird von Oikocredit unterstützt. Mehr unter www.smartcampaign.org (Englisch).

Oikocredit-Fonds für Beratung und Unterstützung: 3,6 Mio. €

Herkunft der Mittel: Zuschüsse von ICCO, der Kirche von Schweden und anderen Gebern. Zusätzlich stockt Oikocredit den Fonds für Beratung und Unterstützung mit Mitteln aus dem Jahresüberschuss auf. Im Jahre 2012 erhöhte Oikocredit die Mittel für Beratung und technische Unterstützung, mit denen 90 Initiativen, vor allem in der Landwirtschaft, unterstützt wurden.

Schwerpunktbereiche:

• Soziales Wirkungsmanagement
• Risikomanagement und Unternehmensführung
• Analyse der Marktabdeckung und strategischen Positionierung
• Produktentwicklung
• Finanzierung der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette 

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