Frische Mangos aus dem Senegal

Frische Mangos aus dem Senegal

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Mitglieder von Copex-Sud in der Mango-Fabrik von Les Saveurs du Sud

09. Oktober 2013

Die Landwirtschaft rückt zunehmend in den Fokus der Oikocredit-Arbeit: Die Genossenschaft investiert zum Beispiel in landwirtschaftliche Unternehmen in Afrika. Dazu gehört auch „Les Saveurs du Sud SA“ („Geschmack des Südens“), ein senegalesisches Unternehmen, das Mangos verarbeitet. Obwohl im Senegal drei Viertel der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten, mangelt es in den ländlichen Regionen an Strom und Trinkwasser, fehlen Maschinen und Bewässerungsanlagen.

Les Saveurs du Sud ist in der Casamance angesiedelt, dem fruchtbarsten, aber dennoch ärmsten Teil des westafrikanischen Landes. In der entlegenen Region gibt es kaum andere Einkommensquellen als die Landwirtschaft. Sie ist zwar der wichtigste Wirtschaftsfaktor, doch die Betriebe haben mit schlechter Infrastruktur zu kämpfen, ihre Einnahmen sind gering, es gibt zu wenige Investitionen. All dies führt zusammen mit der unruhigen politischen Vergangenheit der Region dazu, dass die Bäuerinnen und Bauern ihre Erzeugnisse kaum absetzen können – nicht im Ausland und noch nicht einmal im Inland.

Verdorbene Früchte

Als Sambou Coly, der Oikocredit-Länderbeauftragte für den Senegal, in die Casamance kam, sah er, dass drei von vier Mangos, die die Bauern produzierten, verdarben oder zu Schleuderpreisen an Zwischenhändler gingen. Coly sah die Notwendigkeit, aber auch das Potenzial für Investitionen in Handel und Vertrieb – Fachleute sprechen von einer „Lieferkette“. Doch dazu mussten sich die Bauern und Bäuerinnen zunächst zusammenschließen. „Mit seinem Fahrrad fuhr der jetzige Vorsitzende der Genossenschaft von Dorf zu Dorf, fragte nach bestehenden Gruppen und ob sie bereit wären, sich zu einer Genossenschaft zusammenzuschließen“, erinnert sich Sambou Coly. „Insgesamt gab es Gruppen in 21 Dörfern. Wir baten eine Partnerorganisation darum, die Menschen beim Aufbau einer Genossenschaft zu beraten.“

So entstand die Genossenschaft Copex-Sud, deren heute rund 3.500 Mitglieder Mangos produzieren. Auch ein Frauenverband entstand, in dem sich die Frauen zusammenschlossen, die Gemüse wie Salat und Tomaten anbauen.

Ein faires Handelsunternehmen

Nach diesem erfolgreichen Schritt half Oikocredit Senegal – unterstützt von der Abteilung Kapitalbeteiligungen bei Oikocredit International – bei der Gründung von Les Saveurs du Sud: ein Handelsunternehmen, das den Copex-Sud-Mitgliedern Mangos und andere Erzeugnisse zu fairen Preisen abkauft und sie weiterverarbeitet. 2011 wurde Oikocredit zusammen mit Copex-Sud und anderen ethischen Investoren Teilhaber von Les Saveurs du Sud.

Insgesamt hat Oikocredit umgerechnet rund 312.000 Euro an Krediten und Kapitalbeteiligungen für Les Saveurs du Sud bereitgestellt. Mit diesem Kapital konnte Les Saveurs du Sud eine moderne Anlage zur Kühlung und Verpackung der Mangos errichten. Die Anlage verbessert nicht nur die Absatzmöglichkeiten für die Mango-Ernte, sondern schafft auch 150 sichere Arbeitsplätze, mehrheitlich für Frauen.

Schon während der Ernte 2013 gewann Oikocredit europäische Abnehmer, die die frischen Mangos von Les Saveurs du Sud importieren und in Supermärkten und im Einzelhandel verkaufen. Die ersten Container trafen im Juli 2013 in den Niederlanden ein. Wenn die Mango-Saison vorbei ist, wird die Anlage das Gemüse verarbeiten, das der Frauenverband angebaut hat.

Mit seinem Engagement bei Les Saveurs du Sud und Copex-Sud und den damit verbundenen Kapitalbeteiligungen und Krediten will Oikocredit die Lebensbedingungen der Menschen in der Casamance nachhaltig verbessern. Oikocredit stellte außerdem die Bedingung, dass Frauen das Recht auf eigenen Landbesitz haben müssen. Das ist in dieser Region ein großer sozialer Fortschritt.

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