Landwirtschaft stärken: Interview mit Frank Rubio

Landwirtschaft stärken: Interview mit Frank Rubio

Frank-Rubio.jpg01. April 2014

In eine Landwirtschaft zu investieren, die nicht nur Nahrungsmittel liefert, sondern auch den dafür arbeitenden Menschen ein höheres Einkommen und ein besseres Leben ermöglicht, gehört zu den Anliegen von Oikocredit.

Seit 2009 ist es unser ausdrückliches strategisches Ziel, verstärkt in die Landwirtschaft zu investieren und Entwicklung im Agrarbereich zu fördern. Dafür wurde nun eigens ein neues Agrarreferat eingerichtet, mit Sitz in Lima. Wir sprachen mit dem zuständigen Manager, Frank Rubio.

Was genau ist Ihre neue Funktion?

Ich bin nach wie vor Regionaldirektor für das nördliche Südamerika, zugleich leite ich das neue Agrarreferat, zu dem Mitarbeitende aus Peru und weiteren Regionen gehören. Wir werden eng mit den Oikocredit-Büros in anderen Regionen zusammenarbeiten. Gemeinsamen wollen wir die Qualität, den wirtschaftlichen und sozialen Nutzen unserer wachsenden Investitionen im Agrarbereich unterstützen.

Und woran arbeiten Sie aktuell?

Ich habe mit der neuen Aufgabe offiziell am 1. Januar 2014 begonnen, also ist noch alles in den Anfängen. Für 2014 hat Oikocredit sich eine Marke gesetzt: 27 Mio. Euro an neuen Darlehen sollen an Partnerorganisationen aus dem landwirtschaftlichen Sektor vergeben werden – mit dem Ziel, den Anteil am Gesamtportfolio bis 2016 auf 15 Prozent zu steigern. Für mich und mein Team heißt das, neue Finanzprodukte zu entwickeln, mit ähnlich denkenden und agierenden Organisationen zu kooperieren und das landwirtschaftliche Portfolio zu diversifizieren.

Was brauchen Kleinbäuerinnen und –bauern und ihre Familien, was erwarten sie von Oikocredit?

Ich habe als Regionaldirektor viele unterschiedliche Aspekte der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette vom Anbau über die Verarbeitung bis zu Export und Vermarktung kennengelernt und habe mitbekommen, was nötig ist. Es geht nicht nur um Finanzierungen, sondern auch um Unterstützung und Beratung. Das ist genau das, was Oikocredit anbietet. Viele Familien profitieren nicht nur von unseren Finanzdienstleistungen, sondern auch von unseren Programmen im Bereich soziales Wirkungsmanagement, Schulungen und Beratung, die wir weiter ausbauen werden.

Was ist Ihr persönlicher Motor, was ermutigt Sie?

Ich habe im Lauf meiner Karriere im Entwicklungsbereich für mehrere Organisationen gearbeitet. Und ich muss sagen: Oikocredit ist die beste. Die Hauptakteure bei Oikocredit, also Mitglieder, Belegschaft, Vorstand usw., sie alle dienen dem gemeinsamen Ziel, diese Welt zu einem besseren Ort für Menschen mit geringem Einkommen und ihre Familien zu machen. Das ist die treibende Kraft, die mich täglich motiviert, aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Mich spornt das Interesse der Anlegerinnen und Anleger am Thema Landwirtschaft an. Dieses Engagement kann unsere Organisation nur stärken.

Was können wir hier in Deutschland tun, um Ihre Arbeit zu unterstützen?

Ich glaube, wichtig ist, die Arbeit von Oikocredit weiter bekannt zu machen und Menschen zu motivieren, differenzierter darüber nachzudenken, wie sie ihr Geld ausgeben und wo sie es investieren. Dass Ihr Euch bei Oikocredit in Deutschland mit dem Thema Landwirtschaft auseinandersetzt und darüber informiert, warum dies ein so wichtiger Sektor ist, ist etwas, was die Oikocredit-Regionalbüros sehr zu schätzen wissen.

Interview: Marion Wedegärtner

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