Lateinamerika: Unterstützung für Kaffeebauern

Lateinamerika: Unterstützung für Kaffeebauern

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Saisonarbeiter der Cooperativa Cafetalera Capucas Limitada

20. März 2014

Kaffee wird in Lateinamerika seit Jahrhunderten angebaut. Oft sind es kleinbäuerliche Betriebe, die die Kaffeepflanzen kultivieren. Seit einiger Zeit bedroht der „Kaffeerost“, eine hoch infektiöse Pilzerkrankung, ihre Pflanzungen. Der Pilz infiziert die Blätter der Kaffeepflanzen, so dass sie abfallen, und schwächt die Kaffeebäume so, dass sie sogar eingehen können.

Der Kaffeerost verbreitet sich schnell: Bereits 40 Prozent der lateinamerikanischen Kaffeeplantagen sind befallen. Die Qualität des Kaffees und die Existenz der Produzentinnen und Produzenten sind massiv gefährdet. Honduras, Costa Rica und Guatemala haben daraufhin den Ausnahmezustand erklärt – daran lässt sich das Ausmaß der Bedrohung absehen. Die kleinbäuerlichen Betriebe stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Sollen sie Abstriche bei Qualität ihres Kaffees in Kauf nehmen und auf weniger hochwertige, aber widerstandsfähigere Arten umsteigen?

Vor dieser Entscheidung steht derzeit auch die Oikocredit-Partnergenossenschaft Capucas in Honduras. Die „Cooperativa Cafetalera Capucas Limitada“ produziert und vertreibt etwa 110.000 Säcke Rohkaffee pro Jahr. 95 Prozent davon werden direkt nach Amerika und Europa verkauft. Capucas arbeitet seit 2010 mit Oikocredit zusammen. Die Kooperative erhielt Kredite zur Modernisierung ihrer Maschinen, um die internationale Nachfrage befriedigen zu können.

Kredite für neue Pflanzen

Capucas hat nun entschieden, weiterhin hochwertige Kaffeesorten für Kaffeespezialitäten anzubauen. Denn nur so lässt sich verhindern, die anspruchsvolle Kundschaft in den USA, Europa und Asien zu verlieren. Das macht jedoch Kredite für neue Pflanzen erforderlich – und zwar mit langer Laufzeit, da Kaffeepflanzen erst nach drei Jahren zum ersten Mal Früchte tragen, erläutert Gerardo López, Oikocredit-Länderbeauftragter für Honduras. „Wir haben unser Angebot an die schwierige Situation von Betrieben wie Capucas angepasst. Bei Bedarf schulden wir zum Beispiel die Kredite um.“

Die Finanzierung der Kaffeeproduktion macht ein gutes Drittel des landwirtschaftlichen Portfolios von Oikocredit in Lateinamerika aus - Kaffee ist also ein Investitionsschwerpunkt bei Oikocredit. Dabei fördert Oikocredit nicht nur den Anbau, sondern die ganze Wertschöpfungskette über die Verarbeitung bis zur Vermarktung. Nun kommt die Bekämpfung des Kaffeerostes hinzu.

Zusammen mit dem internationalen Kaffee-Importeur Sustainable Harvest hat Oikcredit Workshops und Konferenzen in Lateinamerika zur Bekämpfung des Rostpilzes finanziert. Mehrere Oikocredit-Partnerorganisation wurden vorausschauend aktiv. Capucas organisierte ein Neubepflanzungsprogramm für rund 350 Hektar Land. Die Mitglieder erhielten Finanzierung, Kaffeepflanzen, Geräte und Material sowie technische Unterstützung. Oikocredit zeigte sich solidarisch und übernahm 60 Prozent der Kosten des Capucas-Programms.

Die Gefahr des Kaffeerost-Befalls bleibt, doch Capucas geht davon aus, dass die betroffenen Kleinbauernfamilien ihre Produktion innerhalb von drei Jahren vollständig wiederaufbauen können. So wie bei Capucas sieht es bei vielen anderen Oikocredit-Partnerorganisationen in Lateinamerika aus. Sie können auf die Unterstützung durch Oikocredit mit Finanzierungen, Schulungen und technischer Hilfe rechnen.

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