Direktor für Kapitalanlagen Bart van Eyk verlässt Oikocredit International

Direktor für Kapitalanlagen Bart van Eyk verlässt Oikocredit International

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Im Interview spricht er über die vergangenen sechs Jahre bei der Genossenschaft.

Nach über sechs Jahren bei Oikocredit International verlässt Bart van Eyk, Direktor für Kapitalanlagen, das Unternehmen, um neue Wege in der Welt der wirkungsorientierten Investitionen und sozialen Unternehmen zu gehen. In diesem Interview spricht er über seine Highlights, Herausforderungen, Erfahrungen und mehr.

Sie arbeiten jetzt seit über sechs Jahren für Oikocredit. Was waren die größten Höhepunkte während Ihrer Zeit hier?

Die Zeit, die ich mit unseren Kolleg*innen in den Regionen verbringe, und die Begegnungen mit Partnerorganisationen sind für mich wirkliche Highlights. Es ist immer wieder unglaublich, die Ergebnisse unserer Arbeit zu sehen.

Es gibt so viele Momente, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind, aber ich werde nie meine Reise zu einem Partner in Côte d'Ivoire vergessen. Es handelte sich um eine Kakaokooperative in einem abgelegenen Dorf. Nach einer langen und holprigen Fahrt durch die ländliche Umgebung hatte ich die Gelegenheit, etwa 100 Bäuerinnen und Bauern – die Mitglieder der Genossenschaft – bei einer für unseren Besuch organisierten Versammlung zu treffen. Ich konnte auch die Krankenstation und die Schule besichtigen, die die Genossenschaft eingerichtet hat. Später kamen wir bei einem Fußballfeld voller Kinder vorbei, die „Oikocredit“ riefen. Es war sehr bewegend und ich war überwältigt, dass wir dazu beitragen konnten, das Leben so vieler Menschen positiv zu beeinflussen.

Was das Netzwerk der Anleger*innen betrifft, so hat mir auch der Austausch mit unseren Förderkreisen, Mitgliedern und Anleger*innen viel Spaß gemacht. Während der Pandemie sahen wir, dass Anleger*innen ihr Geld von anderen Organisationen abzogen, aber das war bei Oikocredit größtenteils nicht der Fall. Es ist selten, dass es so viele wirklich loyale und engagierte Mitglieder und Anleger*innen gibt, für die die Wirkung an erster Stelle steht und nicht der Profit.

Was waren/sind Ihre Aufgaben und welchen Einfluss hatte Ihre Arbeit auf Oikocredit?

Ich habe als Direktor für Beteiligungen (Equity) angefangen. Damals war unser Team noch recht klein, deshalb bin ich sehr stolz darauf, wie sich der Anteil des Eigenkapitals an unserer Finanzierungstätigkeit entwickelt hat und was das Team erreicht hat.

Nach meinem Wechsel zum Direktor für Kapitalanlagen im Jahr 2018 habe ich mich darauf konzentriert, meine Abteilung – und die Organisation selbst als Teil der Geschäftsführung von Oikocredit International – durch die organisatorischen Veränderungen zu führen, die mit der Umsetzung der Strategie 2018-2022 einhergingen. Wir haben Oikocredit nicht nur stärker strategisch ausgerichtet, sondern auch die Strukturen vereinfacht und die Organisation weiter professionalisiert. Das hat uns agiler und widerstandsfähiger gemacht.

Dann kam Covid-19 und wir mussten sehr flexibel und widerstandsfähig sein, nicht nur für Oikocredit, sondern auch für unsere Partnerorganisationen und die wirtschaftlich benachteiligten Menschen, die am meisten betroffen waren. Wir haben die durch Covid-19 entstandenen Herausforderungen gut gemeistert und 2021 einen starken Aufschwung erlebt.

Man ist nur so gut wie sein Team, und ich bin sehr dankbar für die Leistungen meiner Teams, auch unter schwierigen Umständen, und für die großartige Zusammenarbeit.

Was waren einige der größten Herausforderungen, mit denen Sie konfrontiert waren, und wie haben Sie diese bewältigt?

Die Veränderungen, die mit der aktualisierten Strategie 2018-2022 einhergingen, insbesondere die Schließung von Büros, bedeuteten eine schwierige Phase für die Organisation und unsere Mitarbeiter*innen. Wir haben das mit einer Taskforce bewältigt und gut durchdachte Pläne ausgearbeitet und hart gearbeitet, um unsere Kolleg*innen so gut wie möglich zu unterstützen.

Es waren ein paar intensive Jahre mit der Umstrukturierung und Covid-19, aber es hat auch Spaß gemacht und war aufregend, weil ich sehe, wie wir einen Mehrwert schaffen konnten, nicht nur für Oikocredit, sondern auch für unsere Partner sowie deren Kund*innen und Mitglieder.

Eine weitere Herausforderung ist, dass wegen der Pandemie keine persönlichen, qualitätsvollen Gespräche mit meinem Team möglich sind. Ich vermisse es wirklich, alle persönlich zu sehen. Zum Glück arbeitet unser Team digital immer noch sehr gut zusammen und wir haben sogar Wege gefunden, online gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen.

Was haben Sie während Ihrer Zeit bei Oikocredit gelernt?

Das ist eine schwierige Frage, denn ich habe eine Menge gelernt. Am meisten habe ich gelernt, wie man in einem komplexen, von vielen Interessensgruppen geprägten und multikulturellen Umfeld arbeitet. Als einer der Endverantwortlichen in der Geschäftsführung sieht man alle Ebenen und die Komplexität einer Organisation mit vielen Interessensgruppen. Wir sind eine lebendige Genossenschaft – das hat viele schöne Seiten, aber das kann manchmal auch eine Herausforderung sein. Die Arbeit in einem solchen Umfeld hat mich viel gelehrt, und ich bin dankbar für diese Erfahrung.

Worauf sind Sie am meisten stolz, wenn Sie das Unternehmen verlassen?

Am meisten bin ich stolz darauf, dass wir eine starke, widerstandsfähige globale Genossenschaft haben, die in guter Verfassung ist. Es ist ein großartiges Gefühl, eine Organisation zu verlassen, die einem am Herzen liegt, und zu wissen, dass man sich keine Sorgen um ihre Zukunft machen muss. Die für Investitionen zuständige Abteilung und das Entwicklungsfinanzierungsportfolio sind in guter Verfassung; und trotz Covid-19 haben wir ein wachsendes sowie qualitativ hochwertiges Portfolio und haben es geschafft, unsere Ziele zu erreichen, ohne unsere soziale Wirkung und die Unterstützung unserer Partner zu gefährden.

Haben Sie irgendwelche Hoffnungen oder Träume für Oikocredit?

Mit der neuen Strategie 2022-2026 beginnt für Oikocredit etwas, das nicht einfach sein wird, aber sehr spannend ist. Als Oikocredit vor 46 Jahren ihre Arbeit begann, waren wir die Vorreiterin einer Branche, die es damals noch nicht gab. Und wir wollen weiterhin an vorderster Front im Impact Investing mitwirken, indem wir uns auf die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften konzentrieren, Innovationen unterstützen und in Grundbedürfnisse wie Wohnen, Bildung und Gesundheit investieren. Ich hoffe also, dass Oikocredit dieses Vorhaben und den Weg der Innovation und Flexibilität erfolgreich beschreiten wird. 

Was werden Sie als nächstes tun?

Zunächst einmal werde ich mir eine ausgiebige Pause gönnen, um zur Ruhe zu kommen und Zeit zum Nachdenken zu haben. Es waren ein paar arbeitsreiche Jahre, und ich denke, es ist wichtig, mir etwas Zeit zu nehmen, bevor ich mich wieder in die Arbeit stürze. Danach werde ich meine Reise im Bereich Impact Investing und Nachhaltigkeit fortsetzen. Ich bin vor 13 Jahren in die Impact Investing-Branche eingestiegen, und ich habe vor, dort zu bleiben.

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